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Seetaucherbestand trotz Ausbau von Offshore-Windkraft stabil

BWO veröffentlicht neue Studie 

Berlin, 11. März 2020. Eine Studie im Auftrag des Bundesverbands der Windparkbetreiber Offshore e.V. (BWO) für einen Verbund von Förderpartnern zeigt, dass der fortschreitende Ausbau der Windkraft auf See keinen negativen Einfluss auf den Bestand der Seetaucher in der Deutschen Bucht hat. Untersucht wurden mögliche Auswirkungen von Offshore-Windparks auf den Bestand sowie den Lebensraum der beiden Seetaucherarten Stern- und Prachttaucher. Das wichtigste Ergebnis: Der Seetaucherbestand und damit auch die Bedeutung des Hauptkonzentrationsgebiets im Frühjahr für diese Vögel ist nach dem bisher erfolgten Ausbau der Windenergie stabil geblieben.

Die Studie „Divers (Gavia spp.) in the German North Sea: Changes in Abundance and Effects of Offshore Wind Farms” wurde von BioConsult SH, IBL Umweltplanung und dem Institut für angewandte Ökosystemforschung (IfAÖ) im Auftrag des BWO für elf Unternehmen aus der Offshore-Windbranche erstellt. Neu sind insbesondere die Auswertung von Bestandsdaten für die Jahre 2001 bis 2018 sowie erstmals auch die Erfassung der Winterbestände (neben den wichtigen Frühjahrsbeständen). Berücksichtigt werden ferner die Monitoringdaten aller derzeit im Betrieb befindlichen Offshore-Windparks. Alle Betreiber von Offshore-Windparks werden vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zu einem mehrjährigen Monitoring der Meeresumwelt im großräumigen Bereich um die jeweiligen Windparks verpflichtet. Die Untersuchung baut somit auf dem derzeit größten verfügbaren Datensatz über die Verbreitung und Vorkommen von Stern- und Prachttauchern in der deutschen Nordsee auf. Ziel der Studie war es, die Entwicklung des Seetaucherbestands vor dem Hintergrund des zunehmenden Ausbaus der Offshore-Windkraft zu analysieren.

Stefan Thimm, Geschäftsführer des BWO: „Die Studie belegt, dass sich Klima- und Artenschutz nicht widersprechen. Dies zeigte auch bereits die Studie GESCHA-2, die keine messbaren Effekte von Offshore-Rammarbeiten auf das Schweinswalvorkommen in der deutschen Nordsee feststellte. Die Betreiber von Windparks auf See werden sich auch weiterhin dafür einsetzen, etwaige Störeinflüsse durch Innovationen beim Bau und Betrieb weiter zu senken.“

Die aktuell veröffentlichte Studie zeigt, dass Seetaucher unterschiedliche Meideabstände zu den Windparks einhalten, abhängig von regionalen und saisonalen Aspekten und der Frühjahrsbestand der Seetaucher über den Studienzeitraum von 2001 bis 2018 in der deutschen Nordsee insgesamt stabil war (im Mittel der Jahre ca. 16.500 Vögel). Gleichwohl zeigen sich zwischen den Jahren Schwankungen, die aber mit möglichen Einflüssen wie Wetter und Nahrungsverfügbarkeit erklärt werden können. Ein kausaler Zusammenhang zwischen den annuellen Schwankungen im Seetaucherbestand und dem Ausbau der Windkraft konnte nicht festgestellt werden. Die Wissenschaftler haben zudem belegt, dass der Seetaucherbestand trotz räumlicher Verlagerungen im Hauptkonzentrationsgebiet nordwestlich von Sylt stabil und das Gebiet im Frühjahr weiterhin von sehr hoher Bedeutung für rastende Seetaucher ist. Es ist kein Hinweis dafür ersichtlich, dass die Tragfähigkeitsgrenze des Gebiets erreicht ist.

Über die Auftraggeber

Die Studie wurde im Auftrag des BWO für EnBW Energie Baden-Württemberg AG, RWE Renewables International GmbH (ehemals: E.ON Climate & Renewables GmbH), innogy SE, Merkur Offshore GmbH, Orsted Wind Power A/S, OWP Butendiek GmbH, OWP Nordergründe GmbH, PNE AG, Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG, Vattenfall Europe Windkraft GmbH und WindMW GmbH erstellt.

Über den Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore e.V. (BWO)

Der Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore e.V. (BWO) vertritt alle Unternehmen, die in Deutschland Offshore-Windparks planen, errichten und betreiben. Der BWO ist der zentrale Ansprechpartner für Politik und Behörden auf Bundesebene zu allen Fragen der Offshore-Windkraft.

Die Studie und die Pressemitteilung können Sie hier downloaden.

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